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Schreiben über Technik

(15.8.2010) „Über Technik schreiben ist nicht schwer“ – so verspricht es ein verbreitetes Fachbuch. Es beschränkt sich darauf, elementare Regeln für mehr Ver­ständlichkeit und guten Stil in technischen Texten in Erinnerung zu bringen: auf Klarheit, Kürze und Klang zu achten, lautet eine Empfehlung. Eine an­dere: Einfachheit ist Trumpf! Das alles stimmt und ist wichtig. Aber es reicht nur aus, wenn wir Kommunikation über Technik als Fachkommunikation betrachten.

Um akademische Abschlussarbeiten und technikwissenschaftliche Aufsätze geht es uns aber nicht an erster Stelle. Wie die Fachwelt kommuniziert – ob mit noch lateinisch-griechisch geprägtem Fachvokabular wie die Mediziner, überwiegend mit nackten Formeln wie die Mathematiker oder mit der dem Englischen entlehnten Kunstsprache der Computerfachleute – das muss die Öffentlichkeit nicht interessieren.

Das Buch "Schreiben über Technik", das Anfang 2011 bei UVK erscheinen soll, richtet sich an alle, die technisches Wissen und ihm zugrunde liegende Wissenschaft einem interessierten, aber fachlich nicht vorgebildeten Publikum näher bringen wollen oder müssen. Das ist ein großer Kreis. Der Technikjournalist gehört genauso dazu wie der Texter der auf Techno­logie-Kunden spezialisierten PR-Agentur, der Produktmanager im techno­logieorientierten Unternehmen, der Chefetage und Vertrieb in verständlicher Weise über eine Neuentwicklung informieren muss, oder der Mitarbeiter einer technischen Hochschule, der ein erfolgreiches Projekt bekannt machen will. Oft sind das Menschen, die den Umgang mit Sprache, das Schreiben, nicht als Kernkompetenz sehen und mit Unlust und Ängsten ans Verfassen von Texten gehen. Ihnen will dieses Buch Hilfestellung geben.

Dabei geht es nicht nur um Tipps zu Sprache und Textaufbau, um Warnungen vor gängigen Fehlern, die natürlich wichtig sind. Aber sie stehen nicht am Anfang. Denn genauso bedeutsam ist es, an der eigenen Motivation und Einstellung zu arbeiten, sich der eigenen Schwierigkeiten im Umgang mit der schriftlichen Darstellung komplexer Sachverhalte bewusst zu werden. Von grundlegendem Wissen über den Vorgang des Lesens ausgehend werden wir Schritt für Schritt die Aufgaben des Autors bei der Erarbeitung des Stoffs und seine Verantwortung für den Leser diskutieren.

Um es technisch auszudrücken: Dieses Buch folgt einem prozessorientierten Ansatz. Es zerlegt die Arbeit von der Idee bis zum druckfertigen Manuskript in eine Abfolge von Arbeitsvorgängen, die alle ihre Anforderungen und Probleme haben. Wer die Geduld aufbringt, diesen Weg mitzugehen, wird die Regeln für den Aufbau unterschiedlicher Textformen und die stilistischen Anforderungen leichter nachvollziehen und zu eigener schreiberischen Praxis machen können. Am Ende steht die Erkenntnis: Es ist in der Tat nicht ganz einfach, gute – das heißt: motivierende und verständliche Texte zu schaffen. Es ist oft sogar ein hartes Stück Arbeit – aber eine Arbeit, die sich lernen und einüben lässt. Schreibtalent erleichtert diese Aufgabe, sein Fehlen macht sie nicht unlösbar.

Denn es geht nicht in erster Linie um Sprache, sondern darum unbekannte Sachverhalte erklären, ihre Bedeutungen und Konsequenzen aufzeigen – kurz: die Brücke zwischen zwei Welten schlagen. Den Transfer zu leisten zwischen Öffentlichkeit und Technik, heißt einen Spagat zu versuchen zwischen einer Welt, in der Objektivität, Distanz und Erkenntniswerte ihren Platz haben, und einer Welt, die informiert, aber zugleich auch unterhalten sein will. Zwei Dinge sind dafür unerlässlich: Erstens die korrekte Vermittlung der Sachverhalte, die voraussetzt, dass der Schreiber einen Überblick über das Thema hat, und zweitens die geeignete Form der Vermittlung, die verständlich und unterhaltsam sein soll.

Gerade im Hinblick auf junge Menschen ist der Transfer eine besondere Herausforderung. Die Vermittlung von Wissenschaft an Jugendliche, die den Unterhaltungswert einer Nachricht noch stärker fordern als Erwachsene, ist daher eine der zentralen Aufgaben bei der Arbeit an Newsletter-Texten. Zu einer adressatengerechten Wissensvermittlung gehören neben den grundsätzlichen Techniken des populärwissenschaftlichen Schreibens auch Strategien der Wissensvermittlung, die gerade bei zielgruppenspezifischer Textproduktion einen besonderen Stellenwert einnehmen.

Gut ausgebildete Buchautoren, PR-Fachleute und Journalisten mit natur­wissenschaftlich-technischem Sachverstand, die spannend, stilistisch ab­wechslungsreich und für Laien verständlich schreiben können, sind rar. Der Bedarf bei Medien, PR- und Werbeagenturen sowie in der Wirtschaft indes ist hoch. Schließlich liegen die Kompetenzvorteile von Unternehmen und ihrer Produkte meist nicht auf der Hand, sie müssen erst durch fundierte und verständliche Darstellung technischer Sachverhalte erklärt werden.

Ausführliche Informationen wie Leseprobe und Inhaltsverzeichnis zu diesem Buch unter

www.uvk.de/journalismus

Aktuelle Informationen zum Thema, Textanalysen und beispielhafte Text finden Sie
in unserem Weblog:

www.schreiben-über-technik.com